Home :::Welcome::: :::Aus aller Welt::: :::Bio Musik::: :::Link's Musik::: :::50er 60er 70er::: :::Sport::: :::Zitate::: :::Gewusst...?::: :::Humor::: :::Div. Link's::: :::Zimmbo:::

 

 

Bangkok

Innerhalb von etwas mehr als 200 Jahren hat sich Bangkok aus einer kleinen Ansammlung von Dörfern entlang der Kanäle und Reisfeldern am Chao Phraya River zu einer enorm weitläufigen Hauptstadt entwickelt. In die Höhe und nach außen wachsend, um die herrschende Stadt Thailands zu werden, war Bangkoks Geschichte immer ein Abbild der Geschichte ihrer Gründer, der noch immer herrschenden Chakri Dynastie von Königen. Der Ursprung war die im Jahre 1767 eindringende Burmesische Armee, welche die etwas nördlicher gelegene alte Hauptstadt Ayutthaya zerstörte, Tempel niederriss und den Großteil der überlebenden Bevölkerung als Sklaven verschleppte, inklusive der königlichen Familie. Dieses Chaos bewog den Thai-General Phraya Thaksin dazu, die neue Hauptstadt in Thonburi, am Westufer des Flusses Chao Phraya, gegenüber des modernen Bangkok zu gründen. Er ernannte sich selbst zum König und ging sofort dazu über, das umliegende Land zurückzuerobern. Eine der wenigen überlebenden Legenden aus dieser Zeit ist Wat Arun, der Tempel der Morgendämmerung; seitdem vergrößert und rekonstruiert, war er ursprünglich Teil des königlichen Tempels von Thaksin.


Trotz seiner militärischen Erfolge, wurde das Verhalten von Thaksin immer maßloser, so dass er schließlich in einem Coup gestürzt wurde und die Macht auf einen anderen General, Chao Phraya Chakri, überging. Chakri gab der modernen Geschichte Bangkoks einen Kickstart, indem er die Hauptstadt von Thonburi im Westen an die Ostküste des Flussufers verlegte und damit 1782 das eigentliche Bangkok gründete. Chakri renovierte viele der auf der befestigten Insel Ratanakosin gelegenen vorhandenen Tempel der Gegend (wie beispielsweise Wat Pho), und errichtete viele Gebäude, die heute zu den Sehenswürdigkeiten für Touristen gehören, z.B. Wat Phra Kaew, den Grand Palace, und Lak Mueang, den Schrein für den Schutzgott Bangkoks. Ebenfalls aus dieser Zeit stammt das National Museum, das ursprünglich für Prince Wang Na, den Wesir von Chakri, gebaut wurde.



Unter Chakri und seinen Nachfolgern ist Bangkok insbesondere aufgrund des Handels weiter gewachsen. Dadurch entstanden neuere Gemeinden wie Yaowarat (hauptsächlich chinesische Händler) und Pahurat (das indische Viertel), die sich von der 'Alten Stadt' Ratanakosin her ausbreiteten. Der dritte König der Chakri Dynastie, Phra Nang Klao, entwickelte auch ein neues System für königliche Titel. Er nannte sich Rama III, und seine Vorgänger Rama I und Rama II. Rama III war für die Restaurierung von Wat Pho und Wat Arun zu ihrem heutigen Zustand verantwortlich, wie auch für den Beginn der abgebrochenen Arbeiten am Wat Saket, dem spektakulären Golden Mount Temple (der später von Rama V fertiggestellt wurde).
 


Rama IV, auch als Mongkut bekannt, ist im Westen vielleicht am ehesten als der Regent in dem Film 'Der König und Ich' bekannt, sowie dem moderneren 'Anna und der König'. Thais empfinden diese Interpretationen oft als beleidigend. Mehr und mehr Beweise deuten darauf hin, dass die Berichte von Anna Leonowens, auf denen diese Filme basieren, bestenfalls pure Fiktion sind. Der wirkliche Rama IV war ein brillanter Führer, der in der Lage war, geschickt Verträge mit ausländischen Mächten auszuhandeln, um die Kolonialisierung Thailands zu verhindern. Bangkok profitierte in dieser Zeit von der Handelspolitik mit einem vergrößerten Hafen und den ersten befestigten Straßen.

 



Rama V (auch als Chulalongkorn oder der Große König bekannt) bestieg 1868 im Alter von 15 Jahren den Thron und setzte sofort die Reformen seines Vaters fort. Hiermit legte er den Grundstein für die moderne Regierung Thailands. Außerdem verlagerte er den königlichen Palast in die Alleen von Dusit und baute Bangkoks erstes Bahnnetz. Auf dem Grundstück seines alten Chitlada Palace stehen die Vimanmek Teak Villa und die Abhisek Thron Halle, beide vorzügliche Beispiele königlicher Architektur in Thailand. Die lange Herrschaftszeit von Rama V brachte Thailand Frieden und Stabilität. Sein Tod im Jahre 1910 brachte Thailand und Bangkok eine Zeit großer Veränderungen mit einer langen Reihe von Umsturzversuchen, von denen der erste 1912, während der Herrschaft von Rama VI, erfolglos von einer Gruppe verstimmter Soldaten initiiert wurde. In dieser Zeit wurden sowohl das Sieger Denkmal wie auch das Demokratie Denkmal von Corrado Feroci entworfen und gebaut, einem italienischem Künstler, dem nachgesagt wird, dass er bei der Gründung der Bewegung für moderne Kunst in Thailand geholfen hätte. Ein Coup von 1932, den im Westen geschulte thailändische Studenten starteten, zeigte sich als größerer Erfolg, endete die absolute Monarchie unter Rama VII und ersetzte sie durch ein Verfassungsmodell.

Rama VII dankte 1935 ab und überließ dem 10 Jahre alten Rama VIII seinen Platz. Die Macht ging in die Hände des Feldmarschalls Phibun über. Das war, wie sich zeigen sollte, die Erste einer langen Reihe von Militärdiktaturen für Thailand und Bangkok. Eines der besten Beispiele für die Architektur im Kolonialstil ist wahrscheinlich die in den 30er Jahren gebaute Neilson Hayes Bücherei in der Innenstadt Bangkoks an der Surawong Road, die es auch heute noch gibt. Phibun verbündete sich im zweiten Weltkrieg mit den Japanern, verhinderte damit die Zerstörung der Hauptstadt, verlor aber seine absolute Machtposition nach Kriegsende an eine zivile demokratische Regierung. Nach dem Tod von Rama VIII, der unter mysteriösen Umständen im Schlafzimmer seines Palastes an einer Schusswunde starb, gelangte Phibun wieder an die absolute Macht.



Der derzeitige König Bhumibol (Rama IX) wurde 1946 gekrönt. Die ersten Jahrzehnte seiner Herrschaft waren durch den ansteigenden Kommunismus in Indochina gekennzeichnet, was neben einer Reihe von militärischen Führern auch zu steigender Militärhilfe aus Amerika führte. Das bestehende Erbe aus dieser Zeit in Bangkok sind die Bars in Patpong und Soi Cowboy, in denen amerikanische Soldaten einkehrten, die auf Urlaub von den Kriegen in Vietnam, Kambodscha und Laos waren. Eine der Erinnerungen aus dieser turbulenten Zeit ist Jim Thompson's House and Museum, das seit dem ungeklärten Verschwinden des Seiden-Magnaten im Originalzustand erhalten wurde.

1973 zwangen massive Studentendemonstrationen General Thanom, den damaligen Militärdiktator, zum Verlassen des Landes. Die nachfolgende Zivilregierung hielt sich nur bis 1976. In diesem Jahr wurden weitere Studentendemonstrationen gegen die Rückkehr Thanoms brutal von rechten Kräften zerschlagen, die eine Übernahme durch die Kommunisten fürchteten. Der gemäßigte General Prem Tinsulanonda übernahm 1980 die Macht. Ihm wird zugeschrieben, das Land durch Gewährung einer Amnestie für Kommunisten aus dem Durcheinander geführt zu haben. Er regierte die Zeit des Wachstums und der Stabilität, die Bangkok zu der lebendigen, modernen Hauptstadt gemacht hat, die sie heute ist.



Ein Rückfall in diesem Trend der Liberalisierung war ein weiterer militärischer Coup 1991, der 1992 durch blutige Straßendemonstrationen in Bangkok mit Hilfe von Rama IX zu Fall gebracht wurde. Seitdem hat die Folge von vier Zivilregierungen der Hauptstadt ein wesentlich stabileres politisches Klima verliehen. Die einzige weitere beachtenswerte Krise entstand 1997 durch den Abschwung der Wirtschaft in Asien, dessen Auswirkungen sich noch heute in Bangkok in Form von unfertigen Kondominien und Bürohochhäusern bemerkbar macht. Wer Lust hat, in einer ehemaligen Finanzfirma zu feiern, sollte sich zu Specs begeben, einer neuen, lebhaften Disko an der Silom Road.

 

 

10.08.2012 20:47

zimmbo59@irgendwo.+